Die Trias Mitteldeutschlands


Sedimente des Keupers sind in unserer Region auf den Raum um Bad Sulza sowie auf das an die Finnestörung angrenzende Thüringer Becken beschränkt. An beiden Verbreitungs-gebieten trifft man vor allem auf die untere Abteilung des Keupers (Lettenkeuper oder Erfurt-Formation - Gliederung in nebenstehenden Bildern 1 und 2).
Der Lettenkeuper beginnt mit den bis über 10 m mächtigen Grenzschichten: Tone, Mergel und Dolomite mit einer verarmten (brackischen) Fauna. In diesem Niveau findet sich auch die geringmächtige, unreine Lettenkohle, auf die früher vor allem im Raum Apolda fruchtlose Gewinnungsversuche unternommen wurden. Die reichen Pflanzenfunde in den Begleitschichten der Lettenkohle des nordöstlichen Thüringer Beckens sind vor allem bei den Kohlegewin-nungsversuchen entdeckt worden.
Sandstein S1, Rotmergelzone und Sandstein S2 sind derzeit kaum oberflächlich zugänglich, während die "Lichten Mergel" mit fossilreicheren Horizonte lange Zeit in der Ziegeleigrube Reisdorf bei Eckartsberga aufgeschlossen waren, überlagert vom äußerst fossilreichen Grenzdolomit, der in Reisdorf viele seltene Fossilien geliefert hat, darunter die letzten (geologisch jüngsten) Ammoniten (Alloceratites und Neoclypites?) und Nautiliden.
Jünger Keuperschichten sind im Thüringer Becken, außerhalb des Saale-Unstrut-Triaslandes, verbreitet.
Der Lettenkeuper von Reisdorf bei Eckartsberga

Die alte Ziegeleigrube Reisdorf ist lange Zeit ein überragender Fundort für seltene bis einmalige Fossilien des Lettenkeupers gewesen. Leider ist es nicht gelungen, diese alte Grube als Bodendenkmal (Geotop) zu erhalten. In der Grube wurden früher die "Lichten Mergel" des oberen Lettenkeupers als Ziegelrohstoff abgebaut. Die grauen, lagenweise auch dunkleren (humosen) Mergel enthalten zuweilen Pflanzenreste (Schachtelhalm-Gewächs Equisetites) und in einigen dünnen, ockerbraunen Dolomitbänkchen Kleinkrebse aus der Gruppe der Conchostraken.
Das Profil schließt mit dem gelben, oberflächlich schon stark verwitterten Grenzdolomit ab. Darin kommen massenweise charakteristische Muscheln vor (Costatoria goldfussi), begleitet von den Knochen und Zähnen wasserbewoh-nender Reptilien (Notho-saurier) und Fischen. Zu den großen Raritäten dieses Fundpunktes gehören die Reste von Koppfüßlern (Ammoniten und Nautiliden).
Ausgrabung im Grenzdolomit: M. Henninger und M. Franz (Uni Leipzig) bergen Fossilien, bevor auch diese Fundstelle endgültig verschüttet wird.
Höhenrücken im Bereich der Reisdorfer Grube im Winter. Deutlich zieht sich das helle Band ausgeackerten Grenzdolomits über die dunkelbraune Ackerfläche. Darüber folgen unter dem flachgründigen Ackerboden bereits die basalen, leider nicht aufgeschlossenen Schichten des Unterkeupers.
Nautiliden-Steinkern aus dem Grenzdolomit, gefunden während der Ausgrabungen
Grenzdolomit-Anschnitt im östlichen Grubenbereich (1), darunter das "Scherbenfeld" einer Fossilbergung.